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500. „Hilfepunkt für Kids“ in Betrieb genommen


Netzwerk für Kinderschutz


im Kreis Paderborn

 

 

(ik) „500 „Hilfepunkte für Kids“ durchziehen wie ein Netz den Kreis Paderborn. Das sind 500 deutliche Zeichen für Kinderschutz und Zivilcourage“, freute sich Landrat Manfred Müller, als er dem Lichtenauer Optikermeister Clemens-August Wilken das Hinweisschild für sein Geschäft überreichte. Das bunte Schild mit fröhlichen Strichfigürchen und dem Schriftzug „Hilfepunkt für Kids“ signalisiert Kindern: „Hier bist Du sicher. Hier bekommst Du Hilfe und Schutz.“


Ganz einfach ist das Prinzip der Aktion, für die der Präventionsrat gegen Gewalt, Jugendämter, Caritas, Katholische Hochschule und Polizei verantwortlich zeichnen. An dem breiten Bündnis für den Kinderschutz beteiligen sich mittlerweile 500 Geschäfte, Apotheken, Arztpraxen, Banken, öffentliche Einrichtungen, gastronomische Betriebe. Sie alle haben sich bereit erklärt, Kindern zu helfen, wenn diese Hilfe benötigen. Das kann Beistand in unterschiedlicher Form sein: ein Pflaster, wenn das Knie aufgeschürft ist, tröstende Worte, ein Glas Wasser oder ein Telefonanruf zu den Eltern.

Kinder bekommen an den Hilfepunkten Schutz, wenn sie belästigt, bedroht oder angegriffen werden. Sie sollen das Gefühl haben, dass sie jederzeit Hilfe erwarten können.


Augenoptikermeister Clemens-August Wilken wurde durch ein Schreiben des Lichtenauer Bürgermeisters auf die Aktion aufmerksam und entschied sich sofort zur Teilnahme. Wilken: „Es ist für mich immer schon selbstverständlich gewesen, Hilfe zu geben, wenn sie nötig ist.“ Und seine Frau und Mitinhaberin des Optikbetriebes ergänzt: „Schon früher ist es gelegentlich vorgekommen, dass ein Kind in unserem Geschäft um Hilfe bat. Mal war es die Bitte um einen Telefonanruf, mal wurde die Toilette aufgesucht.“ Ganz sicher ist sich das Ehepaar: „Mit dem Hinweisschild „Hilfepunkt für Kids“ erfahren Kinder und Jugendliche, dass sie hier schnell und unkompliziert Hilfe bekommen. Damit fällt es Kindern bestimmt leichter, ins Geschäft zu kommen und um Hilfe zu bitten.“ Genau das ist das System, das Landrat Müller erläutert: „Hilfe in Notsituationen sollte grundsätzlich von Jedermann geleistet werden und nicht nur von ausgewählten und speziell gekennzeichneten Geschäften. Doch geht vom Projekt und den Hinweisschildern eine Signalwirkung aus. Wir versprechen uns davon, dass Hilfsbereitschaft und soziales Klima gefördert werden, denn die Kinder werden verstärkt wahrgenommen und in ihren Sorgen und Nöten ernst genommen.“


Eltern, Schulen und Kindergärten können wesentlich zum Schutz der Kinder beitragen, indem sie die Kleinen mit Idee und Logo vertraut machen. Sie sollten z.B. den Schulweg mit dem Kind abgehen und auf die Hilfepunkte hinweisen. Dabei sollten sie das Kind ermutigen, diese Hilfepunkte in Gefahren- oder Konfliktsituationen in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist aber auch, den Kindern zu vermitteln, dass sie immer und überall um Hilfe bitten können. „Informierte und selbstbewusste Kinder sind besser geschützte Kinder“, weiß Projektkoordinatorin Ina Gerken vom Kreisjugendamt.
Das Projekt unterliegt der ständigen Überprüfung, erforderliche Verbesserungen sind selbstverständlich und demnächst untersucht die Katholische Hochschule es wissenschaftlich.

Der Appell des Landrats an weitere Geschäftsleute: „Lassen Sie sich von der Idee anstecken und werden Sie zu „Hilfepunkten für Kids.“ Helfen Sie, das kreisweite Netzwerk zum Schutz und für die Sicherheit unserer Kinder zu erweitern. Die Aktion „Hilfepunkt für Kids“ ist Kinderfreundlichkeit in seiner reinsten Form. Geben Sie aber auch zu jedem anderen Anlass Hilfe, wenn Hilfe gebraucht wird.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


„Hilfepunkte für Kids“ – gemeinsam für einen kinderfreundlichen Kreis Paderborn und für mehr Zivilcourage

 

 

„Kleine Notlagen“, z.B. wenn ein Kind sich verlaufen oder Angst vor einem großen Hund hat, können schnell zu einem einschneidenden negativen Ereignis für Kinder werden. Akute Konfliktsituationen auf dem Schulweg, in der Stadt oder auf dem Spielplatz führen oftmals dazu, dass Kinder und Jugendliche auf die „Erste Hilfe“ aus der allgemeinen Bevölkerung angewiesen sind.

 

Kinder und Jugendliche brauchen in solchen Konfliktsituationen verlässliche Ansprechpartner, die sie ernst nehmen und bei denen sie unkompliziert Hilfe und Ratschläge erfahren. Der Anruf zu Hause, ein Pflaster oder ein paar tröstende Worte sind in den meisten Fällen schon eine große Hilfe für die betroffenen Kinder. Leider sind diese kleinen Gesten der Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft aber nicht mehr immer selbstverständlich. An dieser Stelle setzt die Aktion „Hilfepunkte für Kids“ ein, mit dem Ziel, Ansprechpartner und Verbündete für Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen zu aktivieren und die allgemeine Öffentlichkeit zu  vermehrter Zivilcourage zu animieren.

 

 

„Kinder und Jugendliche müssen sich darauf verlassen können, in Konfliktsituationen Hilfe zu erfahren.“

 

 

 

Umsetzung des Projekts „Hilfepunkt für Kids“ in der AG „Partizipation von Kindern- Kinder erkunden Hövelhof“ in der Kirchschule Hövelhof

Mit dem Ziel, die „abstrakten“ Informationen über den Hilfepunkt für die Kinder in konkrete Erfahrungen und Begegnungen umzusetzen um und einen Wiedererkennungswert zu schaffen, vorhandene Hemmschwellen, den Hilfepunkt im Notfall aufzusuchen, abzubauen, und zu vermitteln, dass die Menschen in den Geschäften mit diesem Logo die Kinder und ihr Anliegen ernst nehmen, wurde ein Unterrichtsgang im Einzugsgebiet der Kirchschule durchgeführt, bei dem die Kinder das Logo der „Hilfepunkte für Kids“ entdecken mussten und damit die teilnehmenden Geschäfte identifizieren konnten.

Einige Kinder wurden in ausgesuchte und vorher informierte Geschäfte geschickt und trugen ein Anliegen vor (z.B. Mein Bus ist weg und ich erreiche meine Eltern nicht), um ihr Erlebnis und die Reaktionen in dem Hilfepunkt-Geschäft dann anschließend der ganzen Gruppe zu berichten. Dann gingen alle gemeinsam in die Geschäfte um sich dort mit dem Personal über die Hilfepunkte zu unterhalten.

Ein Tipp der Mitarbeiter der Kirchschule: Wer die Initiative auch im theoretischen Bereich noch vertiefen will, kann auf einer Schautafel einen Stadtplan befestigen, um ihn herum teilnehmende Geschäfte aufführen (mit Foto) und diese dann mittels zweier Heftzwecken und eines Wollfadens im Stadtplan lokalisieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

500. „Hilfepunkt für Kids“ in Betrieb genommen


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